
Wer jetzt glaubt, daß das ein interkulturelles Dialogprojekt zum besseren Verständnis fremder Kulturen mittels unlimitiertem Budget aus einem Integrationsfonds ist, der irrt sich. Das kleine Hans-Otto-Theater in Berlin-Potsdam wagt sich an dieses im wahrsten Sinne des Wortes gefährliche Buch heran. Der Berliner Kurier weiß zwar, was in der Vergangenheit mit dem Schreiber des Buches passiert ist:
Immerhin hatte Irans Ayatollah Khomeini (†1989) kurz vor seinem Tode die Schiiten aller Welt aufgerufen, den Verfasser der Romanvorlage, Salman Rushdie (61), zu töten – weil der mit seinem Buch den Koran beleidigt haben soll.
Bis heute lässt sich Rushdie nur selten in der Öffentlichkeit blicken, taucht dann sofort wieder unter.
Hofft aber blauäugig-naiv, daß die Beteiligten heil davonkommen:
Kann aber auch sein, dass kein Mensch sich mehr aufregt – Empörungs-Übersättigung!
Vor zwei Wochen haben sich die muslimischen Bürger Berlins noch wegen eines dummen Steines so sehr empört, daß eine Ausstellung dänischer Künstler Polizeischutz brauchte.
Und dem Regisseur ist offenbar noch nicht klar, worauf er sich eingelassen hat:
„Das Buch wird verflucht, verteufelt und verurteilt, ohne dass man es genau kennt“
Das Buch wurde seit 1989, als Ayathollah Khomeini die Todes-Fatwa gegen Salman Rushdie erließ, von Moslems nicht gelesen. Es ist sicherlich möglich, daß jetzt, da das Stück an einem kleinen Berliner Theater spielt, sich die islamische Glaubensgemeinschaft dazu aufrafft, sich mit dem Buch zu beschäftigen. Allerdings ist das ungefähr so wahrscheinlich wie ein Osama-bin-laden mit Blumen im Haar und einem Friedensvideo. Herr Laufenberg wird ja sehen, was in der nächsten Woche passieren wird.
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