Gegen den Strom

Gedankenaustausch mit Ramon Schack

März 24, 2008 · 5 Kommentare

Ein interessanter Dialog hat sich heute zwischen dem rasenden Reporter Ramon Schack und mir entwickelt. Abgespielt hat sich alles im Kommentarbereich von Ramon Schacks Blog.

ramonschack Says:
März 24, 2008 at 12:47 nachmittags
Soll halt jeder nach seiner Façon selig werden.Vor Dogmen sollte man sich aber hütten.Nicht wahr?
Herzlichst
Ramon Schack

schwejk1 Says:
März 24, 2008 at 12:49 nachmittags
das seh ich genauso.

herzlichst

schwejk

ramonschack Says:
März 24, 2008 at 12:52 nachmittags
Fantastisch.Was nun diesen Brief angeht, von Eisvogel, an “alle Moslems!”.Ich weiß nicht.Das riecht schon sehr nach Dogma.Finden Sie nicht?

schwejk1 Says:
März 24, 2008 at 12:54 nachmittags
das finde ich nicht.
keine toleranz den intoleranten, finden sie nicht?

ramonschack Says:
März 24, 2008 at 12:59 nachmittags
“keine toleranz den intoleranten, finden sie nicht?”

Wir sind uns, mal wieder, völlig einig!
Nur, ich habe so meine Probleme mit Kollektivismen?
Ein Brief an alle Moslems, Mhmh, also an 1, 5 Milliarden Menschen.
Unterzeichnet mit “Der Westen”.
Also, ein Grundprinzip des Westens ist die Individualität!
Vom Inhalt möchte ich jetzt eher schweigen..
Gruß
Ramon

schwejk1 Says:
März 24, 2008 at 1:04 nachmittags
“Also, ein Grundprinzip des Westens ist die Individualität!”

und die soll auch erhalten bleiben. wenn sie das als mein dogma erachten, dann sei es so.

offenbar sind wir uns ja einig, daß die individualität gefährdet ist, nur unterscheiden sich wohl unsere ansichten zu tätern, opfern und den abwehrmöglichkeiten dieser gefahr.

herzlichst

schwejk

ramonschack Says:
März 24, 2008 at 1:16 nachmittags
Lieber Schweijk,

sind Sie denn wirklich der Meinung, alle Muslime, egal ob Sunniten,Schiiten, Ismailiten, egal ob im Senegal, Wien, oder Usbekistan, sind Anhänger des Dschihadismus?

Es kommt darauf an, die Dschihadisten zu durchschauen, bzw, durch die Augen des Feindes zu sehen.
Die meisten Opfer des Dschihadismus sind Muslime.Diese Tatsache wird in dem Brief, bzw, bei der Thematisierung in islamophoben Kreisen(So heterogen die Gruppierung auch sein mag)permanent unterschlagen.

Unterschwellig macht man sich so zum Helfershelfer des Dschihad.

Die Abwehrmöglichkeiten(des Dschihad) sind nur mit militärischen und nachrichtendienstlichen Maßnahmen zu lösen.Der asysmetrische Krieg defeniert diesbezüglich neue Regeln der Kriegsführung.
Wenn wir unsere westlichen Werte(nicht gleichzusetzen mit christlichen Werten) über Bord werfen, hätte der Feind schon gewonnen.Dann gäbe es nichts mehr zu verteidigen.
Herzlichst
Ramon Schack

schwejk1 Says:
März 24, 2008 at 1:47 nachmittags
lieber herr schack,

lieber herr schack,

ich bin der meinung, und das wohl nicht undokumentiert, daß ein islam, der keine reformation durchlaufen hat, nichts in der neuzeit zu suchen hat. genausowenig wie ein christentum auf vorlutherscher basis.

da es zur zeit aber äußerst unwahrscheinlich ist, daß die wenigen reformatoren der islamischen welt sich gegen die offiziellen der widerlichen religionsdiktaturen durchsetzen, wird diese reformation - wenn überhaupt - erst in vielen jahren passieren.

das gegenteil ist eher der fall. die türkei wird soeben reislamisiert und die eu, die gegen ein land wie österreich sanktionen verhängt hat, steht einem mann spalier, der offen zur nichtassimilierung aufruft und der gesagt hat “Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.”

dieser konflikt ist nicht militärisch zu lösen, da er schon lange auch über fertilität ausgetragen wird und nicht außerhalb der grenzen der freien welt stattfindet, sondern innerhalb der freien welt wurzeln geschlagen hat.
und um estliche freiheiten zu verteidigen, muß man mal die gefahr benennen, die durchaus nicht mehr versteckt auftritt.
nicht ich fordere zensur eines films, den noch keiner gesehen hat, nicht ich fordere einführung von religionsgesetzen und entrechtung von frauen, nicht ich fordere geschlechtertrennung, nicht ich brauche jahrelang, um eine selbstverständilche erklärung zu unterstützen, die sagt, daß man das grundgesetz achtet.
ich bin nur einer von denen, die die botschaft, die keiner sehen will, weil sie so unfaßbar grausam ist, überbringen.

herzlichst,

schwejk

ramonschack Says:
März 24, 2008 at 1:57 nachmittags
Lieber Schweijk,

danke für den interessanten Gedankenaustausch.
Ich bin jetzt erst einmal offline!
Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!
Herzlichst
Ramon Schack

Kategorien: islam · politik
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5 Antworten so far ↓

  • heinzi // März 24, 2008 um 4:27 Uhr nachmittags

    prima dialog. die gegenseite schwächelte dann doch deutlich sichtbar angesichts der argumente :-).

    frohe ostern!

    gruß,
    heinzi

  • nexuslex // März 24, 2008 um 4:58 Uhr nachmittags

    Manchmal hilft es schon offline zu gehen und raus auf die Gass´. Die Diffamierung der Bürger muslimischen Glaubens spielt doch gerade denjenigen zu die von Krieg und Weltherrschaft träumen und dazu den Islam instrumentalisieren.
    Hier in der BRD sind die meisten Muslime Türken und die Türkei hat unter Atatürk eine Revolution der Modernisierung durchlaufen.
    Die Religiosität, die Muslime hier leben ist meiner Beobachtung nach auch eher eine der Identitätsstiftung und ein Versuch den Errungenschaften Komasaufen und Verstückfleischung unserer Kultur etwas entgegenzusetzen.
    Die Wehrhaftigkeit dieser Bevölkerungsgruppe erwächst auch mehr einer Angst ob unserer Vergangenheit denke ich.
    Ich reiße das jetzt nur an , (die Sonne scheint),die Diskussion ist wichtig, muß sich aber der Gefahr von Hysterie und Spaltungstendenzen gewahr sein. Das auch nicht eben zartbeseidete AT haben wir überstanden, da sollten wir uns auch vor dem Koran nicht in die Hose machen. In gegenseitigen Respekt, der natürlich auch reale Befürchtungen nicht ausklammert, kann man auch bei einem Glas Tee alles besprechen, mit vernünftigen Menschen, mit Fanatikern kaum.
    Also, bis bald, lassen sie sich von den Hetzern nicht den Kopf verwirren. M.f.G. nexuslex, Ramon Schack Symphatisant

  • schwejk1 // März 24, 2008 um 5:20 Uhr nachmittags

    @nexuslex: “Hier in der BRD sind die meisten Muslime Türken und die Türkei hat unter Atatürk eine Revolution der Modernisierung durchlaufen.”
    und was ist jetzt unter erdogan?

  • The Patriot // März 24, 2008 um 7:23 Uhr nachmittags

    Der Verfasser dieses Blogs ging doch ziemlich eindeutig als der Diskussionssieger hervor. Wenn die Argumente ausgehen, oder wenn man die Wahrheit erkennt, dann geht man halt offline.

    Ich bin nicht der Meinung, dass die Muslime per se diffamiert werden, und so den “Mächten” die die Weltherrschaft anstreben und den Islam als causa prima vorschieben, in die Hände gespielt wird. Die Frage ist halt auch jene: wenn der Islam eine so tolerante Religion ist und die Muslime an sich friedfertig sind, warum gelingt es dann nicht die Hardliner (Fundamentalisten) von eigener Seite quasi zu zähmen?

    Von europäischer Seite wird ständig der “Dialog” gesucht, ein Dialog, der meiner Meinung nach schon lange fehlgeschlagen ist. Immer wüster werden die Drohungen und immer krasser die Forderungen. Wie kann man mit einer Religion in Diskussionen gehen, die von vornherein schon Forderungen stellt, die jeglichen Bezug zur Realität vermissen lassen?

    Woher kommen denn die wüsten Drohungen, wie man sie im Bin Laden Video vernommen hat können und wer stellt denn ganze Nationen auf die Watchlist? Die Antwort weiß sich jeder selbst zu geben. Speziell in Österreich und Deutschland wird Jahr für Jahr immer wieder an den 2. WK gedacht, diese Zeit sollte nie vergessen werden und da sind Kräfte vorhanden, damit das auch so bleibt. Wo bleibt aber das “In-sich-gehen” bei den Vertretern der moslemischen Staaten? Ich sehe hier immer nur Drohvideos, brennende Flaggen, Anschläge auf Botschaften, Entführungen, etc.

    Und da man die Türkei des öfteren immer wieder als Musterbeispiel der gelungenen Reformen hinstellt, so muß ich auch hier innegehen: hier haben wir es mit einer Nation zu tun, die einen EU-Beitritt mit “Nachdruck” fordert, ein Land in dem beharrlich die Armenien-Causa geleugnet wird und eine Anprangerung des Massenmordes einer Beleidigung des Türkentums gleichgesetzt wird. Wo ein Staatschef unter tosendem Applaus in Deutschland seine Landsleute auffordert, sich nicht zu “assimilieren”, denn das kommt einer Verletzung der Menschenrechte gleich.

    Es ist hier nicht explizit nur die Religion des Islam zu diskutieren. Hand in Hand ist die Mentalität vieler dieser Leute zu hinterfragen, die mit vielen europäischen Staaten nicht kompatibel ist. Die Auswüchse der Jugendkriminalität sind beängstigend und hier sind nicht zu selten Leute mit Migrationshintergrund die Rädelsführer. Beispiele, wie etwa in der U-Bahn Münchens gibt es zuhauf. Die Frage ist: wielange will man noch diskutieren, oder sollte man vielleicht doch auch zur Erkenntnis gelangen, dass das vielgepriesene Multikultiprojekt gescheitert ist?

  • heinzi // März 25, 2008 um 1:17 Uhr vormittags

    @ nexuslex

    es geht nicht darum menschen wegen ihres glaubens oder ihres denkens zu diffamieren. es geht alleine um die auseinandersetzung mit ideologien und mit der “motivation” von menschen, insbesondere den deutschen, die diese auseinandersetzung zum schaden der westlichen werte, die hier - noch - gelten - verhindern oder vermeiden.

    man kann und muss den islam als ideologie in frage stellen können ohne damit angeblich 1,2 milliarden muslime automatisch unter terrorismusgeneralverdacht zu stellen. wer den islamkritikern (nicht moslemkritikern!) so etwas unterstellt hat die problematik noch nicht ansatzweise verstanden.

    die terrordiskussion ist eine andere ebene.

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