
Die erdölreichsten Länder der Erde, die alle streng islamisch regiert werden, haben Probleme. Das angenehmste davon scheint die Inflation zu sein, wie der ORF berichtet:
Zwar bescheren die steigenden Ölpreise dem größten Ölexporteur der Welt hohe Gewinne, doch nicht alle Saudis profitieren davon – zumal die steigende Inflation einen Teil der Zuwächse wieder auffrisst.
Bei einem Wachstum von 5% und einer Inflation von 7% könnte Saudi-Arabien aufgrund des hohen Ölpreises am eigenen Erdöl zugrunde gehen. Das wäre Ironie der Geschichte.
Wie verlogen das ganze Land ist, erklärt die Tatsache, daß sich Tausende wegen eines Börsecrashs in psychiatrischer Behandlung befinden – in einem göttlichen System, das Zinserträge verbietet, wohlgemerkt:
Die saudi-arabische Zeitung „el Watan“ berichtete unlängst: In den neun Monaten nach dem Crash hätten die Ärzte im Königreich 37.000 Patienten untersucht, die ihre Beschwerden mit dem hohen Verlusten auf dem Aktienmarkt begründet hätten.
Die Despoten können aber auch nicht mit freier Meinungsäußerung umgehen:
Im Jänner kritisierte ein Anrufer in einer Live-Show die Lohnerhöhungen der Regierung scharf. Diese verbot daraufhin vorübergehend alle Telefonanrufe in Live-Sendungen.
Also flüchten die Bürger ins Internet:
Die Unzufriedenheit ist da, aber durch ein Verbot politischer Parteien und Demonstrationen fehlt den Bürgern ein Ventil. Um ihrem Ärger trotzdem Luft verschaffen zu können, nutzen sie Internet-Foren.
Diese Leute fliegen in der Regel ins Gefängnis – ohne Anklage – oder landen wie im Iran am Galgen.
Die Bevölkerung scheint den Braten zu riechen:
Die Rechnung der saudischen Bevölkerung sei simpel, berichtet Andrew Hammond von der Nachrichtenagentur Reuters. „Wenn wir zehn Millionen Barrel Öl pro Tag produzieren und diese einen Stückpreis von 100 Dollar haben, wo geht dann das ganze Geld hin?“, habe ihn ein Mitarbeiter eines staatlichen Unternehmens gefragt.
Was Forbes lt. ORF auch bestätigt:
Das amerikanische „Forbes“-Magazin zählt saudische Prinzen und Geschäftsleute zu den reichsten Menschen der Welt, andererseits verdienen manche Beamte des Golfstaates nur 1.000 Rial pro Monat – umgerechnet etwa 420 Euro.
Mit Ostblock-methoden wird versucht, die Probleme in den Griff zu bekommen:
König Abdullah hatte im Dezember zusätzliche Subventionen für Reis und Säuglingsmilch beschlossen, um den Effekt des Preisanstiegs für die ärmeren Saudis abzufedern
Beim Benzin kann der gütige Herrscher allerdings keine Zugeständnisse mehr machen:
Nur über hohe Benzinpreise müssen die Männer in dem islamischen Königreich – die Frauen dürfen nicht Auto fahren – nicht klagen. Denn die Saudis, die sich fast ausschließlich mit dem Auto fortbewegen, zahlen pro Liter Super nur 60 Halala (knapp elf Cent).
Durch den Reichtum an Bodenschätzen ist man etwas zu sehr auf der faulen Haut gelegen und hat die Jugend verblöden lassen, was jetzt dramatische Folgen hat:
Vor allem in Sachen Bildung hat Saudi-Arabien Aufholbedarf. Viele Fachkräfte müssen aus anderen Ländern geholt werden.
Zwar wissen die Tyrannen, daß es so nicht mehr weitergehen kann:
König Abdullah teilte dem Schura-Rat diese Woche in einer Rede mit, dass konstruktive Kritik etwas Gutes sei.
Doch an der Umsetzung hapert es noch. Schließlich hat China diese Woche gerade erlebt, daß Öffnung nach außen auch andere Folgen als wirtschaftliche Entwicklung haben kann.
4 Antworten bis hierher ↓
ramonschack // März 24, 2008 um 12:58 |
Zu diesem Thema.Ein interessanter Artikel zur Ergänzung.Wer ist der beste Freund der Wahabiten?
http://ramonschack.wordpress.com/2007/10/26/sleeping-with-the-devil-mit-dem-teufel-schlafensaudi-arabien-und-die-usa/
Anonym // August 13, 2008 um 8:19 |
Erstmal: die Jugend verblödet nicht!!! Die Saudis haben die sechst beste bildung der Welt und ein Gesundheitssystem von dem manche EU-Staaten nur träumen können…Auch das Wohnen ist in Arabien „gratis“, sie kennen keine Mieten, und Wasser, Strom, Internet etc ist gratis…Man muss nicht weit schauen, auch in Ländern wie Polen, Italien(Berlusconi) werden Oppositionelle unterdrückt; und weil Saudi-Arabien eine absolute Monarchie ist, kann es auch keine Parteien geben (wie wärs mit nachdenken und dann schreben?!) Der Islam ist keine schlechtere Religion als das Christentum, wer hat sich denn Mitte der 30er Jahre des vorigen Jhdt zu den Nationalsozialisten bekennt und nicht dagegen aufgelehnt? Ich glaub das war das Christentum
majhul // Oktober 13, 2009 um 11:28 |
naja, ich komme aus Saudi Arabien , ich würde sagen manche Argumente stimmen nicht oder teilweise zu , zuerst .. es gibt viele besondere pläzte, auf denen die Frauen Autos fahren dürfen insbesondere west vom Land unheimlich ohne Sorge! was auf dem foto steht die sind die so genannte „Baduine“ die an der Wüste leben oder gelebt haben und die sind ziemlich reich heutzutage!! Wasser, Strom, Internet sind fast gratis wie der Herr sagte. Der Islam hat uns vernünftig gemacht!! deswegen finden wir keine kneipen oder discos Ausnahme in den Gemeinden der Ausländer!! Es gab gar kein Partei auf’s Land, und wenn es eine gegeben haben könnte, wird es nicht lang halten..
da wünsche ich allem alles gute
Mir freundlichen Grüßen مع تحياتي للجمييع
Waleed.E lynerstr. Grünewald -Berlin
وليد.عـ شارع لونر في الغابة الخضراء في برلين
Anonym // Oktober 25, 2009 um 8:14 |
Saudi Arabien das Amerika des Mittleren Ostens. Amerikanische Autos, Mac Donalds, KFC, Pizza Hut. Genau so faul wie die Amerikaner sind sie auch schon die Söhne der Wüste. Jeder Inder und Paki der hier arbeitet ist schlauer. Wenn die Gastarbeiter das Land verlassen würden, könnten die Saudis das Licht ausmachen. Diese arroganten Schnösel behandeln die Gastarbeiter wie moderne Sklaven und selbst kriegen sie nichts geregelt. Aber ist gut so die Inder und Paki können hier Geld verdienen und ihre Familien ernähren, die Kinder zur Schule schicken. Früher oder später ist der ölrausch auch hier vorbei. Dann heisst es wieder vom Ford Mustang zum Kamel wechseln. In Kameltreiben haben sie ja doch die meiste erfahrung.